In memoriam ***** to be translated *****
In wenigen Monaten sind um die Jahreswende 1994/95 nicht weniger als fünf prominente
Mitglieder unserer Gesellschaft aus dem Leben geschieden, deren jedes sich durch sein Wirken
für die Gesellschaft wie für die Genealogie allgemein ein Denkmal bleibender
Erinnerung gesetzt hat. Sie gehören alle der Generation der ältesten Familienforscher an,
die in der Zeit nach dem letzten Weltkriege beim Wiederaufbau der deutschen Forschung zum jetzigen
hohen Stande mitgewirkt haben.
Konrektor a.D. Georg Laage in Burg auf Fehmarn
* in Kiel Apr 8 1902, + Burg a.F. Oct 13 1994
Member of our Society since 1948, honorary member since 1989
Georg Laage was the last of our members from the year of the foundation of our Society.
One of the last ....
einer der letzten Vertreter der alten seminaristisch gebildeten Schullehrerschaft,
die sich durch idealistisches aktives Interesse an der
Heimatgeschichte mit allen dazugehörigen Gebieten ausgezeichnet und
im besonderen auch die Familienforschung gefördert hat. Über
ein halbes Jahrhundert hindurch war Georg Laage die Seele der Pflege des
Geschichtsbewußtseins besonders der Stadt Burg auf Fehmarn, auch
der dazugehörigen Familiengeschichtsforschung.
Als Sohn eines Brauers in Kiel geboren, besuchte er nach Bestehen des
"Einjährigen", d.h. der Prüfung zur Reife als Einjährig-Freiwilliger, heute
Mittlere Reife genannt, die Präparandenanstalt und bis zur Ersten
Lehrerprüfung im Jahre 1922 das staatliche Lehrerseminar in Kiel.
Wegen des Lehrerüberflusses nach dem Ersten Weltkrieg mußte
er zunächst als Verwaltungsangestellter und als Lohnbuchhalter auf
der Kruppschen Germaniawerft in Kiel arbeiten, ehe er am 1. Oktober 1924
einen Lehrauftrag für die Volksschule in Burg auf Fehmarn erhielt.
1927 wurde er nach der Zweiten Lehrerprüfung fest angestellt. Seine
Prüfungsarbeit "Beiträge zur Geschichte des Schulwesens in Burg
auf Fehmarn" bezeichnet zugleich den Beginn seiner archivpflegerischen
Tätigkeit mit der Ordnung der Archive des früheren fehmarnschen
Amtshauses, der Kirchspielvogtei und des Amtsbezirks Bannesdorf. Diese
Archive sind nach 1945 von unverständiger Seite als Altpapier verkauft
worden!
Die Tätigkeit in Burg wurde durch Abordnung an die einklassige Schule in Vitzdorf
1942, Wehrdienst als Funker und Nachrichtenmechaniker sowie Kriegsgefangenschaft
in Frankreich 1942-1947 unterbrochen. Nach kurzer Beschäftigung bei
der Kreissparkasse in Burg während der Währungsreform 1948 und
1949-51 als zweiter Lehrer in Vitzdorf kehrte er im Jahre 1951 an die Volksschule
in Burg zurück. Dort wurde er 1965 zum Konrektor ernannt, bevor er
1967 in den Ruhestand trat. Auch danach gab er noch stundenweise Mathematik-Unterricht
in der Realschule.
Seit 1927 hat Georg Laage bis zur ehrenden Verabschiedung am 30. Dezember 1993 als
Archivar der Stadt Burg auf Fehmarn gewirkt. Daneben war er seit 1963 Propsteiarchivpfleger
der Propstei Oldenburg in Holstein. In dieser Zeit hat er das Stadtarchiv
von Burg vorbildlich betreut, dessen Inhalt er u.a. durch die Häuser-
und Personenkartei für Benutzer aufbereitete wie er überhaupt
insbesondere für die genealogische Forschung auf der Insel Fehmarn
tätig war. Er betrieb mit anderen Forschern wie Hans von Osten, Dr.
Günther Hoffmann, Frau Melitta Fehler und Max-Otto Trauert in der
Arbeitsgemeinschaft Fehmarner Familienforscher die Zusammenstellung eines
Fehmarner Sippenbuches, das über 250 meist seit Jahrhunderten auf
der Insel seßhafte Familien erfaßt und in nicht langer Zeit
hoffentlich abgeschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht
werden wird. Überhaupt galt sein Interesse frühzeitig der Familienforschung.
Es veranlaßte ihn zur Herausgabe von Stammtafeln und Familiengeschichten.
Im Jahre 1971 gab er die Stammfolge Laage heraus. Ihr folgt ein Jahr später
das Werk "Renard. Eine Familie der Daguerotypisten und Photographen (Kiel)".
Den Höhepunkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit bezeichnet
der im Rahmen der "Europäischen Bibliothek" in Zaltbommel (Niederlande)
1984 erschienene Band "Burg auf Fehmarn in alten Ansichten". Bereits 1964
war als sein Erstling auf dem Gebiet der Heimatgeschichte die Schrift "90
Jahre Freiwillige Feuerwehr Burg auf Fehmarn" vorangegangen. Nebenbei arbeitete
er seit dem Jahre 1957 beim "Jahrbuch des Kreises Oldenburg", seit 1970
bei dem Schleswig-Holsteinischen Biographischen Lexikon mit, wie er auch
bereits im Jahre 1964 in dem Artikel "Fehmarn" die wesentlichen historischen
Örtlichkeiten der Insel für das Handbuch der historischen Stätten
Deutschlands beschrieben hatte. Sein Wirken wurde durch die Verleihung
des Bundesverdienstkreuzes am Bande sowie die erstmalige Verleihung des
Kulturpreises der Stiftung zur Förderung der Kultur und Erwachsenenbildung
des Kreises Ostholstein in der Öffentlichkeit anerkannt. Unsere Gesellschaft
ehrte ihn 1989 durch die Ernennung zum Ehrenmitglied.
Der Verstorbene war seit 1928 mit Klara geb. Timke verheiratet gewesen.
Mit Georg Laage ist eine um die Heimatkunde der Insel Fehmarn, besonders der Stadt
Burg, in außerordentlichem Maße verdiente Persönlichkeit
aus dem Leben geschieden. Die Schleswig-Holsteinische Gesellschaft für
Familienforschung und Wappenkunde e.V. hat mit ihm ein besonders aktives
und fruchtbares Mitglied und Ehrenmitglied verloren, dessen Name mit der
schleswig-holsteinischen Familienforschung für immer verbunden ist.
¤