1. Hans Selmer aus Schönberg,
2. Hinrich Rantzow von Barsbeck und
3. Grete Wellendorff.
am 13.11.1703: Grete,
am 2. 5.1707: Trine,
am 3.10.1708: Beecke,
am 10. 3.1711: Sielke,
am 4.11.1712: Hans.
Am 24.4.1731 heiratete Jochim Lage in Schönberg Anna Catharina Schlichting 4). Neben der Traueintragung steht: "nach Schönweide". Dieser Hinweis könnte zweierlei bedeuten: entweder war die junge Frau in Schönweide beheimatet, d.h. sie gehörte "nach Schönweide", oder das Brautpaar beabsichtigte, nach der Heirat dahin zu ziehen. Schönweide ist ein Gut unweit der Landstraße von Plön nach Lütjenburg, das damals der Familie v. Kurtzrock zu eigen war 5).
1734 treten die Laages erstmals in den Lütjenburger Kirchenbüchern als in Schmiedendorf wohnhaft auf. Das ist ein Dorf, auf einer Anhöhe an der Kossau nahe östlich bei Lütjenburg gelegen, das damals zum Gute Neudorf gehörte 5).
Hier wurde das dritte Kind geboren. Wo die beiden ersten zur Welt gekommen sind, ist trotz umfassender Nachforschungen nicht festgestellt worden. Doch lassen sich deren Geburtsjahre aus anderen Angaben errechnen, und es ergibt sich alsdann folgende Kinderreihe,
die mit einem Protokoll aus dem Jahre 1762, von dem weiter unten die
Rede sein wird, weitgehende Übereinstimmung aufweist:
1. Christian Friederich, errechnetes Geburtsjahr 1732
2. Anna Magdalena Christina, errechnetes Geburtsjahr 1733/1734
3. Johann Jochim Hinrich, * zu Schmiedendorf, getauft am 24.12.1735
4. Sophia Elisabeth, * zu Schmiedendorf, getauft am 8.1.1738 + 1740
5. Anna Catharina Oelgaard, * zu Schmiedendorf, getauft am 25.1.1740
6. August Matthias, * zu Lütjenburg, getauft am 29.3.1742
7. Christopher, * zu Lütjenburg am 20.12.1743, früh gestorben
8. Detlef Gottlieb, * zu Lütjenburg am 8.5.1745
9. Anna Elisabeth Analis Hinriette, * zu Lütjenburg am 18. 3.1747
Seit etwa 1739 war die Familie in Lütjenburg ansässig. Am 24.8.1739 nämlich gewann der Vater das Lütjenburger Bürgerrecht, erklärte sich bereit, für eine Bude zu kontribuieren 7) und erbaute sich bereits 1740 ein eigenes Haus in der Stadt. Er hatte ein zum Amacker Markt hin belegenes Haus von Hinrich Schröder gekauft, das er völlig umbauen ließ. Dabei gab es Konflikte mit Baubehörde und Feuerpolizei (Magistrat) wie auch mit Nachbarn wegen der Brücke 8) und des Einbaus neuer Fenster; das war nach Lübschem Recht nicht statthaft, wenn der Nachbar dadurch gestört wurde.
Die Ortsfremden hatten es in den ersten Jahren nicht leicht, in der Stadt heimisch zu werden. Am laufenden Band gab es Beleidigungen, Ehrenerklärungen und Brüchezahlungen 9) auf beiden Seiten. Es dauerte eine geraume Zeit, bis hier einigermaßen Friede eintrat. Dann gab es geschäftliche Konflikte : wegen des Verkaufs von Schlachthäuten und der Vergütung dafür, wegen des Handels mit Hammeln und der Rückzahlung geliehener Gelder. Aus den Akten 7) ist zu entnehmen, daß die Lütjenburger Schlachter viel mit den umliegenden Gütern und deren Bediensteten zu tun hatten.
Im Juli 1761 starb die Mutter und Ehefrau, und der Witwer heiratete in zweiter Ehe Anna Margaretha Brüning aus Bissee, ein ganz junges Mädchen, das möglicherweise in dem mutterlosen Haushalt Hausfrauenpflichten erfüllt gehabt hat. Sie war die Tochter des 1762 bereits verstorbenen Jochim Brünning. In Brügge, einem Kirchdorf etwas westlich von Bordesholm, zu dem Blasse eingepfarrt ist, fanden sich folgende Notizen 10) :
1762 Dom. XXIV. p. Tr. (d.i. der 21.11.1762) hat Ann Margret Brünings, Tochter von Marieke Brünings, einer Witwe in Bisses, die Gebühren "an mir" und den Küster erlegt, um sich in Lütjenburg mit ihrem Bräutigam "Lau" 11) Bürger daselbst, copulieren zu lassen. Das Datum der Heirat fehlt, die Verlobung fand am 31.10.1762 statt 12).
Anna Margarethe Brüning wurde 1746 Dom. XI. p. Tr. (d.i. der 21.8.1746) getauft als "Jochim Brüning aus Bisses seine Tochter". Sie wurde 1761 in Bordesholm 13) konfirmiert (15 Jahre alt) und schritt bereits ein gutes Jahr danach zum Traualtar.
Eine besonders umfassende Angabe aus dieser Zeit enthält das Nebenbuch zum Schuld- und Pfandprotokoll von Lütjenburg aus dem Jahre 1762 14): Jochen Laages erste Frau war gestorben. Nun wollte er "sich anderweitig verehelichen" und mußte sich mit 7 lebenden Kindern aus erster Ehe wegen des väterlichen und mütterlichen Erbes auseinandersetzen. Es waren dies:
1. der Verwalter Herr Christian Friederich Laage,
2. der Schwiegersohn Herr Hinrich Christian Brade in ehelicher Vormundschaft,
3. Jochim Hinrich Laage.
Diese drei Kinder waren bereits mündig also über 25 Jahre alt 15). Die nächsten
vier Kinder waren noch nicht "majorem":
4. Oelgard,
5. August,
6. Dethlef,
7. Henrietta.
Der Vater versprach jedem der 7 Kinder an barem Gelde 50 Mark Lübsch 16), jeder seiner beiden noch unter Vormundschaft stehenden unverheirateten Töchter (Oelgard und Henrietta). "ein vollständig aufgemachtes Bette". Damit dem Vater diese Verpflichtungen nicht zu beschwerlich fielen, sollten die drei ältesten Kinder die Geldforderung von jeweils 50 Ml. erst nach Verlauf von 4 Jahren, die übrigen dann, wenn sie das 25. Lebensjahr erreicht haben würden, ausgezahlt erhalten und alsdann "völlig von Mutter und Vater wegen separieret sein" - wie es das Lübsche Recht verordnete.
Dieser Teilungsrezeß, dessen Existenz bereits 1934 bekannt war der aber erst nach jahrzehntelangen Suchen entdeckt werden konnte, liefert den Beweis für die Richtigkeit der bis dahin vorliegenden Forschungsergebnisse.
1763 übersiedelte die Familie nach Plön, wo bereits zwei Söhne ansässig waren.
In der 2. Ehe wurden noch drei Kinder geboren:
9. Lucie Catharina, geboren zu Lütjenburg am 2.10.1763, + 1780
10. Sophia Dorothea, geboren zu Plön am 18.09.1766, früh +
11. Margaretha Christine Christiana, geboren zu Plön am 25.03.1769, + 1775
Keine dieser drei Töchter hat die Eltern überlebt - ihnen blieben nur Kinder aus
der ersten Ehe des Mannes.
Vor dem Umzug nach Plön wurden die erworbenen Besitztümer an Haus- und Landbesitz in Lütjenburg veräußert, damit allen Verpflichtungen nachgekommen werden konnte 17).
Am 6.4.1763 wurde eine auf dem Stadtfelde gelegene sog. "Oberste Koppel", 20 Scheffel Saat 18) haltend, für 620 Ml. an den Ratsverwandten Friedrich Conrad Lüttgens verkauft. Am 30.04.1763 erfolgte der Verkauf eines auf dem Graskamp am Vogelsdorfer Weg belegenen Landstücks, 9 Scheffel Saat haltend, für 500 Ml. an den Chirurgen Johannes Bertram Pauer. Am 16.05.1763 wurden 10 Scheffel Saat auf dem Helldahl an Paul Berend Lange für 61 Rthl. 19) und am 19.7.1763 an denselben 2 Stücke Land auf Rothen Reher und der Ohlborg für 350 Ml. verkauft.
Am 11.11.1763 vollzog sich auch die Veräußerung des in der Baverstraße 20) belegenen Wohnhauses mit Zubehör, nebst Bude hinter der Scheune, 2 Kirchenständen (1 Manns- und 1 Frauensstand), 6 Gräbern auf dem Kirchhof und einigen Ländereien (Hauswiesche auf der Haberwiesche und Heege in der Helle) an den Kaufmann Samuel Christoph Böteführ für 2100 Ml. Dieser Betrag durfte nur zu einem Teil an den Verkäufer ausgezahlt werden, der Rest diente zur Befriedigung der Gläubigeransprüche.
Aus dem letzten Jahr des Aufenthalts in Lütjenburg besitzen wir noch Angaben, die sich
im Lütjenburger Stadtarchiv fanden:
Januar 1763: 4. Quartier 21): Jochim Laage zahlt für 6 Personen 1 Ml. 1 sl. Kopfsteuer.
April 1763: 4. Quartier Nr. 128 wohnt Jochim Laage. Die Familie zählt 6 Personen (Vater, Mutter,
3 Söhne, 1 Tochter) und gilt als vermögend (d.h. zur Zahlung der Steuer).
November 1763: 4. Quartier Nr. 128 nur noch 5 Personen (Vater, Mutter, 2 Söhne, 1 Tochter).
Der Stadtkassenrechnung von 1760 kann folgendes entnommen werden:
Jochim Laage zahlt
für sein Haus 3 Ml.,
für 5 Drömt 22) 3 Scheffel Land 3 Ml., 15 sh.,
zusammen 6 Ml., 15 sh., monatlich, d.s. fürs Jahr 83 Ml., 4 sh.,
dazu an Dienstgeld 23) 2 Ml.,
insgesamt 85 Ml., 4 sh. an Steuern.
Ende 1764 kaufte er in Plön von Johann Christian Ahrenfeldt ein Haus in der Klosterstraße
für 400 Ml. 25), nachdem er bereits unter dem 31.10.1763 in das Bürgerbuch
der Stadt Plön eingetragen worden war 26):
"Am 31. Oktober 1763 ist Bürger geworden: Joachim Laage aus Lütjenburg, seiner Profession
ein Schlachter, und hat dafür überhaupt als ein Fremder bezahlt: 15 Ml. und 10 Schilling".
Auch in Plön gab es außer dem Handel mit Fleisch allerhand gerichtliche Auseinandersetzungen, auch Streitigkeiten mit den eigenen Kindern und Schwiegerkindern, bis die Eltern Laage sich entschlossen, ihre Habe in Plön zu verkaufen und nach dem Gut Wulksfelde überzusiedeln, wo mittlerweile der älteste Sohn Christian Friederich seßhaft geworden war.
Hier gab es damals einen
Erbpachtshof und ein bedeutendes Wirtshaus mit Branntwein- und Brennereigerechtigkeit
namens Rethfurt, der zum Gute Wulksfelde gehörte, an der Landstraße
von Segeberg nach Hamburg belegen war und ehedem eine Zollkontrollstätte
gehabt hatte 27).
Aus einem Bericht über Rethfurt von P. v. Cossel, dem Gutsherrn von Jersbek und Stegen, aus dem
Jahre 1788 28) geht hervor, daß neben der eigentlichen Hofstelle
mit Brauerei und Brennerei das Zöllner- und das Krughaus standen,
die für 500 Ml. das Jahr verpachtet waren.
1784 wurde das Haus in Plön in der Klostergasse, zwischen einer Wassertwiete und dem Staugardschen Hause belegen, mit allem Zubehör, einem Hof und einer Koppel, für die Kaufsumme von 366 Rthl. 32 sh. an Johann Lienau veräußert 29).
Die erste Nennung seines Namens als Pächter von Rethfurt stammt aus dem Jahre 1777 2). Damals war Jochim Laage 72 Jahre alt, und es darf bezweifelt werden, ob er Wirtshaus und Brennerei selbst betrieben hat.
Er starb am 4.8.1789 zu Rethfurt an Nervenschwäche und Entkräftung vom hohen Alter
und wurde drei Tage später in Bergstedt begraben 30). Nach der Kirchenbucheintragung
hinterließ er eine Frau und 2 Söhne und 2 Töchter
aus der ersten Ehe. Welchen Sohn man hier nicht mitgerechnet hat, bleibt unerfindlich.
Aus "Jochim Laage und seine Söhne", Georg Laage, Burg a.F. 1973